Die Legende vom Jochnachel

Wie die Einöder ihren Spitznamen erhielten

Die saarländische Variante

"Frihjer sinn als die Bauere noch meddem Joch gefahr.
Vun de äldere kann sich jo jerer noch dran erinnere.
Do soll emol in Eneed solchendes Schdickelche besseerd sinn:
Fahrd do amme scheene Dah e Kiehbauer de Hungerberch enuff meddem Wahn voll Mischd.
Wierer do owwe zum wald enauskommd, wo's ganz gäh berrinuff gehd, mergd unser Beijerche, dass de Jochnachel e Kracher macht un in die Brich gehd.
Im Nägschde Aueblick wär nadeerlich de Wahn meddsamde Mischd hinnersich de Berri ennuner. Wähß Godd, waß do hädd känne alles basseere!
Awwer der Mann wah nedd uff de Kobb gefall unn hadd schnell seij Finger in dass gefährliche Loch geschdeggd. Wie lang der neij Jochnachel gehall hadd, da0 wähß mer nedd. Wanns awwer heijd als noch hähßd "Enedder Jochnächel", so lache meer driwwer unn denke: Er känne uns de Buggel enuff schdeie.
Eneed bleibt doch Eneed!"


Die hochdeutsche Variante für auswärtige Gäste
(Für Übersetzungsfehler aus dem Saarländischen bitten wir um Entschuldigung, das automatische Übersetzungsprogramm kam nicht mit allen Ausdrücken der Einheimischen zurecht.)

"In früheren Zeiten benutzten die Landwirte, damals Bauern genannt, keine Traktoren, sondern Ochsengespanne. Dabei benutzte man Vorrichtungen, sogenannte Joche, mit deren Hilfe die Kraft der Tiere auf den Wagen übertragen wurden. Das Verbindungsstück des Jochs mit der Deichsel nannte man den Jochnagel, ein dicker Holz- oder Eisenstift. Die Älteren werden sich sicherlich noch daran erinnern können. Sofern sie wissen, wie man ins Internet kommt.
Da soll sich einmal in Einöd eines solche Geschichte zugetragen haben.
An einem schönen Tag fährt ein Kuhbauer einen Wagen voller Mist den Hungerberg hinauf.
Als er aus dem Wald herausfährt und an das Stück gelangt, welches ganz steil bergauf geht, bemerkt unser Bäuerlein, dass der Jochnachel ein Krachen von sich gibt und in die Brüche geht.
Im nächsten Moment wäre natürlich der Wagen samt Mist rückwärts den Berg gefahren. Weiß Gott, was dabei alles hätte passieren können!
Aber der Mann war nicht auf den Kopf gefallen und hat ganz schnell seinen Finger in das gefährliche Loch gesteckt. Wie lange der neue Jochnagel gehalten hat, dass weiß man nicht.
Wenn es aber heute gelegentlich noch heißt "Die Einöder Jochnägel", so lachen wir darüber und denken: "Ihr könnt uns den Buckel hinauf rutschen."
Einöd bleibt doch Einöd."